Saalbach – Hintergelemm (zmr) Sensationelles Ergebnis für
die Corona-Bikerin Birgit Demel. Als Drittschnellste aller Teilnehmerinnen auf
der Marathondistanz errang sie bei den World Games of Mountainbiking die
Bronzemedaille. Christian Wolf, Herbert Deutschländer, Lothar Weinhart und
Norbert Bauer erreichten ausgezeichnete Platzierungen auf der Halb-, bzw.
Marathondistanz.
Nach der Hitzeschlacht der vergangenen Wochen kam der große Regen.
Unwetterartig prasselten Schauer am Vorabend der sogenannten Hobby-WM auf
Saalbach ein. Gott sei Dank war zum Start der rund 1200 Teilnehmer am nächsten
Morgen der Wettergott mit den Marathonfahrern gnädig. In den Hochlagen durchaus
sonnig, ging es verteilt in vier Kategorien es um die Titel des Halbmarathons
über 44 km und 2025 Höhenmeter sowie des Marathons über 81 km und 3828
Höhenmeter.
Birgit Demel, Norbert Bauer und Herbert Deutschländer hatten sich die
längste Disziplin vorgenommen. Erfahrungsgemäß etwas langsamer angehend als die
„Halbdistanzler“ stellten sich den Fahrern fünf Berge zwischen 400 und 1200
Höhenmetern entgegen. Am schwierigsten gestalteten sich dabei die beiden
Anstiege zum Westgipfel, bzw. zum Zwölferkogel, die nicht nur durch Ihre Länge,
sondern auch durch die Steilheit meist jenseits der 25% jeden Pedaltritt zur
Qual werden ließen. Zudem mussten mehrere kurze Tragepassagen bewältigt werden,
die den bereits angeschlagenen Bikern aber keine Entspannung brachten. Die
Abfahrten hinunter ins Tal mussten zur Erholung herhalten, was angesichts der
rasenden Geschwindigkeit allerdings die Psyche stark forderte.
Für die überragende Kletterin Birgit Demel waren die Anstiege dagegen
eher Genuss als harte Arbeit. In unnachahmlicher Art, die selbst männliche
Vereinskollegen staunen ließ, suchte sie sich ihren Rhythmus und schraubte sich
diszipliniert auf die Gipfel. Ihr Problem liegt eher im Downhillbereich. „Ich
konnte Birgit an den Anstiegen gerade folgen. Wenn sie noch mehr Routine in den
Abfahrten bekommt, nimmt sie die Goldmedaille mit heim“, so Teamkollege Lothar
Weinhart. „Bergab habe sich halt meine technischen Schwächen“, so das Resümee
von Demel, „aber ich werde mich auch hier noch verbessern, das ist mein
vorrangiges Ziel bis zur nächsten Saison“.
Lohn der Mühen war ein großartiger 3. Platz. Hinter Esther Süss aus der
Schweiz und der Titelverteidigerin Andrea Lutzenberger aus Deutschland,
bestätigte sie Ihre derzeitige Spitzenstellung bei den Langdistanzbikerinnen.
Für Herbert Deutschländer gestallte sich der Rennverlauf genau
entgegengesetzt. „Vor allem der Trial vom Westgipfel hinunter zur
Heckelbergeralm ließ mein Herz jubeln. Da macht das biken Spaß und man vergisst
die zurückliegenden Strapazen schnell wieder. Vor allem kann ich hier die
Konkurrenz, die mir in den Steilpassagen bergauf zu schaffen macht, locker
wieder von hinten aufrollen“, so Deutschländer zwar erschöpft aber glücklich
nach dem Marathon.
Der Dritte im Bunde, Nobert Bauer, kannte die Strecke bereits aus dem
Vorjahr und wusste um die Schwierigkeiten. Nach einem zurückhaltenden Start
kämpfte er sich bei km 46 bis auf Sichtweite an Deutschländer heran, verlor er
jedoch in einer Abfahrt Teile seiner Verpflegung und musste ein Stück zurück um
die Sachen wieder aufzunehmen. Letztendlich finishte er knapp 7 Minuten hinter
seinem Teamkameraden.
Lehrgeld zahlten die „Kurzdistanzler“ auf ganz andere Art. „Wir wussten
nicht, dass sich die ersten Fahrer schon 90 Minuten vor dem Start aufstellen.
Bis wir eine Stunde später dort ankamen, hatten wir schon ca.600 Fahrer vor der
Nase“, so ein sichtlich überraschter Christian Wolf nach den schweren 44
Kilometern. Er musste sich deshalb am ersten
Anstieg (7 km) durch die Massen arbeiten und oft auf schlechtem und groben
Schotter überholen. Am zweiten Uphill (11 km) ging es dann besser, die Spitze
war zu diesem Zeitpunkt jedoch schon enteilt. Mit seiner Leistung zufrieden,
überquerte er als 17. die Ziellinie.
Lothar Weinhart blieb ebenfalls im Rahmen seines Planziels. „Ich wollte unter
die ersten 100 und wurde 82.“Auch er musste zunächst im Slalomstil schwächere
Fahrer überholen. Als Abfahrtspezialist löste er dieses Problem besonders in den
langen Bergabpassagen. Als 346. kam Bernhard Lang ins Ziel.
Ergebnisse:
Damen Marathon:
1. Esther Süss, RC Granichen
5:52.08,6
2. Andrea Lutzenberger RSC GAT
Kempten 5:57.48,4
3. Birgit Demel VC Corona Weiden
/Corona Hornets 6:12.08,4
Herren Marathon:
1. Silvio Wieltschnig ADIDAS Rotwild
SC-Hermago 4:30.15,0
2. Reinhard Woisetschläger Adidas World Games
Saalbach 4:45.04,4
3. Vlastislav Morávek FOREZ TEAM CZ
4:49.59,4
35. Herbert Deutschländer VC Corona Weiden/Corona
Hornets 5:29.10,9
42. Norbert Bauer VC Corona
Weiden/Corona Hornets 5:36.32,4
Herren Halbmarathon:
1. Heinz Planitzer Scott Austria
2:17.17,6
2. Werner Haller Scm-Zorzi Meran
2:18.48,9
3. Guenther Egger Profi Bike Team/Brixen
2:18.49,6
17. Christian Wolf VC Corona
Weiden/Corona Hornets 2:34.08,0
82. Lothar Weinhart VC Corona
Weiden/Corona Hornets 3:01.35,7
346. Bernhard Lang VC Corona
Weiden/Corona Hornets 5:13.08,6
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